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Agrarmarktöffnung muss vorbereitet werden 
14. Mai 2014 - Der Bundesrat hat seinen Bericht über die Öffnung der sog. weissen Linie bei der Milch vorgestellt. Die internationalen Entwicklungen zeigen, dass die Öffnung der Märkte weitergeht. Die IGAS fordert einen intensiven Dialog auf allen Stufen der schweizerischen Agrar- und Ernährungswirtschaft. Es sind geeignete Rahmenbedingungen vorzubereiten und Alleinstellungsmerkmale gegenüber der ausländischen Konkurrenz zu entwickeln. Die IGAS verlangt vom Bundesrat, dass die beiden Bereiche Agrarpolitik und Handelspolitik enger koordiniert werden.

Der Bundesrat hat heute seinen Bericht über die Öffnung der sogenannten weissen Linie bei der Milch vorgestellt. Er liefert eine sachliche Analyse der Chancen und der Kosten eines solchen Öffnungsschrittes, lässt die politische Umsetzung in Anbetracht der übergeordneten europapolitischen Fragen noch offen.

Die Öffnung der internationalen Märkte geht weiter: Die EU verhandelt mit den USA über ein umfassendes Freihandelsabkommen. Die USA verhandeln sodann mit verschiedenen Pazifikstaaten ebenfalls über eine solche Partnerschaft. Bundesrat Schneider-Ammann regt für die Schweiz ein Freihandelsabkommen mit Brasilien an und stösst dort auf offene Türen. Es braucht keine prophetischen Fähigkeiten, um zu erkennen, dass der Agrarbereich auch Teil dieser Entwicklung sein wird. Will die Schweiz auf den internationalen Märkten nicht diskriminiert werden, darf sie sich diesen Entwicklungen nicht verschliessen.

Für die schweizerische Agrar- und Ernährungswirtschaft bedeutet dies zweierlei: Auf der politischen Ebene sind Rahmenbedingungen und Strategien für offenere Märkte vorzubereiten. Es braucht einen intensiven Dialog auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette. Abschottung bedeutet auch für die Ernährungswirtschaft entgangene Chancen, sich innovativ weiterzuentwickeln und neue Märkte zu erschliessen. Auf der Ebene des Marktes sind Alleinstellungsmerkmale gegenüber der ausländischen Konkurrenz zu entwickeln. Es fragt sich, wie sich die Branche mit ihren Verfahren und ihren Produkten von der ausländischen Konkurrenz abheben kann. Nur so wird sie in offenen Märkten bestehen können. Zahlreiche erfolgreiche Beispiele mit hochqualitativen Lebensmittelprodukten zeigen bereits heute, dass das möglich ist.

Die IGAS wird sich in diese Debatte einbringen und gute Rahmenbedingungen einfordern. Sie wird sich für faire Begleitmassnahmen einsetzen, damit die Branche den Übergang in offenere Märkte gut bewerkstelligen und die Marktanteile halten kann. Sie erwartet vom Bundesrat, dass die beiden Politikbereiche Agrarpolitik und Handelspolitik enger koordiniert werden. Die nächste agrarpolitische Reformetappe muss die handelspolitische Strategie der Schweiz berücksichtigen.

Weitere Informationen:

Dr. Luzius Wasescha, Präsident IGAS
Telefon: 079 248 29 09

Dr. Jürg Niklaus, Geschäftsführer IGAS
Telefon: 044 545 25 04 oder 079 176 45 03

 

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Aktuell
3. Februar 2017 – Die IGAS unterstützt den Gegenvorschlag des Ständerates zur Volksinitiative für Ernährungssicherheit in der vorliegenden Form. Er bezieht die gesamte Wertschöpfungskette mit ein und nimmt sich der wichtigen Markt- und der ebenso wichtigen Ressourcenfrage an. Beide Themen sind für die Zukunft des Sektors von zentraler Bedeutung.
Mit grosser Betroffenheit haben wir vom Hinschied unseres Präsidenten Dr. Luzius Wasescha erfahren.
23. August 2016 – Eine allfällige Marktöffnung stellt den Agrarstandort Schweiz vor grosse Herausforderungen. Existenzbedrohend ist sie aber nicht. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) in Zollikofen. Die Studie liefert faktenbasierte Diskussionsgrundlagen über die Auswirkungen einer breiten Marktöffnung auf die schweizerische Land- und Ernährungswirtschaft.
Anlässlich der ordentlichen Mitgliederversammlung vom 1. Juli 2016 hielt John A. Clark, Direktor für internationale bilaterale Beziehungen der EU Kommission ein Referat über die laufenden Verhandlungen zum Transatlantischen Feihandelsabkommen (TTIP).
Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbandes, sagt im Gespräch mit der «Volkswirtschaft», eine Öffnung der Agrarmärkte sei momentan wegen des starken Frankens nicht erwünscht. Der ehemalige WTO-Chefunterhändler und Präsident der IGAS Luzius Wasescha warnt vor einem fehlenden Plan B und vergleicht die Landwirtschaft mit dem Bankensektor, wo man sich auch leichtfertig über die internationalen Entwicklungen hinweggesetzt habe.
13. Januar 2016 - Der Grenzschutz, den einige Agrarprodukte geniessen, steht immer wieder in Kritik. Was Agrarfreihandel für die Schweizer Landwirtschaft bedeuten würde, diskutieren Mathias Binswanger, Professor für Volkswirtschaftslehre, und Meisterlandwirt Roland Werner im Interview in der UFA-Revue 01/2016.
21. Dezember 2015 - Die WTO-Ministerkonferenz in Nairobi bekräftigt, dass Exportsubventionen und ähnliche Massnahmen abgebaut werden sollen. Die Internationalisierung der Agrarmärkte schreitet somit voran. Die Akteure der schweizerischen Agrar- und Ernährungswirtschaft kommen nicht umhin, neue Produkte zu entwickeln, ihr Marktprofil weiter zu schärfen und neue Märkte im In- und Ausland zu erschliessen. Die Politik muss Kurs halten und den Weg der marktwirtschaftlichen Erneuerung konsequent weitergehen.
13. November 2015 – Die IGAS stellt fest, dass die schweizerischen Agrarmärkte stark mit den ausländischen Märkten verflochten sind. Sie warnt vor einer internationalen Diskriminierung des Sektors und daraus folgenden Marktanteilsverlusten. Es gelte nun, für realistische Szenarien branchenübergreifend mehrheitsfähige Ansätze zu entwickeln.
26. August 2014 - Luzius Wasescha, Präsident der Interessengemeinschaft Agrarstandort Schweiz IGAS, sieht schwierige Zeiten auf unser Land zukommen. Zu einer Liberalisierung der Märkte gebe es keine langfristige Alternative. Interview in der Fachzeitschrift alimenta.
18. August 2014 - Die EU und die USA wollen bis Ende 2015 die grösste Freihandelszone der Welt schaffen. Es gibt Signale, dass sich die Schweiz dem Freihandelsabkommen anschliessen könnte – damit wächst der Druck auf die hiesige Landwirtschaft. Aargauer Zeitung vom 18. August 2014.
14. Mai 2014 - Der Bundesrat hat seinen Bericht über die Öffnung der sog. weissen Linie bei der Milch vorgestellt. Die internationalen Entwicklungen zeigen, dass die Öffnung der Märkte weitergeht. Die IGAS fordert einen intensiven Dialog auf allen Stufen der schweizerischen Agrar- und Ernährungswirtschaft. Es sind geeignete Rahmenbedingungen vorzubereiten und Alleinstellungsmerkmale gegenüber der ausländischen Konkurrenz zu entwickeln. Die IGAS verlangt vom Bundesrat, dass die beiden Bereiche Agrarpolitik und Handelspolitik enger koordiniert werden.
25. November 2013 - «Der Druck auf den Grenzschutz wird weiter zunehmen, sei es über die WTO, über Freihandelsabkommen mit oder zwischen Drittstaaten oder über ein Agrarabkommen mit der EU», erklärt IGAS-Geschäftsführer Jürg Niklaus im Interview gegenüber dem Wirteverband Basel-Stadt. «Will unsere Agrar- und Ernährungswirtschaft Diskriminierungen vermeiden und ihre Marktanteile halten, muss sie sich dem Öffnungsprozess aktiv stellen.»