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Agrarpolitische Gesamtschau des Bundesrates 
Dübendorf, 1. November 2017 – Klare Perspektiven und mehr Kohärenz für die schweizerische Land- und Ernährungswirtschaft.

Der Bundesrat hat seine agrarpolitische Gesamtschau vorgestellt und die Herausforderungen für die schweizerische Land- und Ernährungswirtschaft aufgezeigt. Spätestens im Rahmen der anstehenden agrarpolitischen Reformetappe muss er dem Sektor klare Perspektiven aufzeigen.

Der Bundesrat hat die agrarpolitischen Herausforderungen untersucht und entsprechenden Handlungsbedarf identifiziert. Damit stösst er eine Grundsatzdiskussion über die Weiterentwicklung der Agrarpolitik und deren Abstimmung mit der Aussenwirtschaftspolitik an. Die IGAS begrüsst den ganzheitlichen Ansatz, der das komplexe Zielsystem der Agrarpolitik, die in allen drei Dimensionen zu fördernde Nachhaltigkeit und die vielseitigen gesellschaftlichen Erwartungen berücksichtigt.

Die schweizerische Land- und Ernährungswirtschaft steht vor grossen Herausforderungen. Sie muss nicht nur mit weiteren Marktöffnungen, sondern auch mit stark zunehmenden Umweltrisiken zu Rande kommen und ihren Fussabdruck reduzieren. Wenn der Sektor und seine Akteure nicht als Problem, sondern als Teil der Lösung betrachtet werden, und wenn Mut für neue Lösungen gezeigt wird, können die Herausforderungen in Chancen umgewandelt werden. Die bundesrätliche Vision einer markt- und wertschöpfungsorientierten Land- und Ernährungswirtschaft, welche ressourcenschonend Qualitätsprodukte herstellt und die von der Gesellschaft erwarteten Dienstleistungen erbringt, dürfte eine breite Zustimmung finden.

Im Moment scheinen aber die Vorstellungen des Bundesrates, wie dies zu erreichen ist, noch recht abstrakt zu sein. Es fehlt einstweilen noch an der strategischen Übersetzung der Vision. So werden beispielsweise Marktöffnungsszenarien recht akademisch, ohne Priorisierung und ohne Machbarkeitsdiskussion präsentiert. Das Gleiche gilt für die agrarpolitischen Ansätze.

Zwar sind solche Einschränkungen in diesem frühen Stadium nicht negativ zu bewerten. Sie bieten die Chance, dass der Bundesrat dem Sektor im Dialog mit den Betroffenen, der Gesellschaft und der Politik klarere Perspektiven aufzeigt. Zu einem späteren Zeitpunkt verlangt die IGAS aber klare Worte: So fordert sie eine kohärente und berechenbare Weiterentwicklung der Agrar-, der Aussenwirtschafts- und der Umweltpolitik. Marktöffnungen sind mit einer schlüssigen Sektorpolitik, mit schrittweisem Vorgehen, mit Übergangsfristen und mit angemessener Begleitung anzugehen. Die IGAS wünscht sich eine Aussenwirtschaftspolitik, welche Qualitätsprodukte und nachhaltige Prozesse begünstigt. Die mit Art. 104a BV frisch ergänzte Verfassung bietet eine gute Grundlage und die anstehende Reformetappe AP 2022+ die passende Gelegenheit dazu.

Weitere Informationen:

Jacques Chavaz, Präsident IGAS, 079 763 87 76

Jürg Niklaus, Geschäftsführer IGAS, 079 176 45 03


 
Aktuell
Dübendorf, 1. November 2017 – Klare Perspektiven und mehr Kohärenz für die schweizerische Land- und Ernährungswirtschaft.
27. September 2017 – Jacques Chavaz wurde im Sommer zum neuen Präsident der IGAS. Im Gespräch erklärt er die Aufgabe der IGAS und dass eine Marktöffnung für die Schweizer Landwirtschaft nach wie vor nicht existenzbedrohend wäre.
Volk und Stände wollen zeitgemässe Rahmenbedingungen für die Er-nährungssicherheit unter Einbezug der Nachhaltigkeit und der inter-nationalen Vernetzung.
Dübendorf, 7. Juli 2017 – Die IGAS hat Jacques Chavaz zu ihrem neuen Präsidenten gewählt. Die Fragen rund um die Marktausrichtung der schweizerischen Landund Ernährungswirtschaft unter Beibehaltung der Nachhaltigkeitsziele sind hoch aktuell. Die IGAS fordert dazu einen offenen, sektorübergreifenden Dialog.
14. Juli 2017 – Der neue Präsident der Interessengemeinschaft Agrarstandort Schweiz (IGAS), Jacques Chavaz, erklärt, weshalb die schweizerische Landwirtschaft bei einer Marktöffnung gute Karten in der Hand hat.
3. Februar 2017 – Die IGAS unterstützt den Gegenvorschlag des Ständerates zur Volksinitiative für Ernährungssicherheit in der vorliegenden Form. Er bezieht die gesamte Wertschöpfungskette mit ein und nimmt sich der wichtigen Markt- und der ebenso wichtigen Ressourcenfrage an. Beide Themen sind für die Zukunft des Sektors von zentraler Bedeutung.
Mit grosser Betroffenheit haben wir vom Hinschied unseres Präsidenten Dr. Luzius Wasescha erfahren.
23. August 2016 – Eine allfällige Marktöffnung stellt den Agrarstandort Schweiz vor grosse Herausforderungen. Existenzbedrohend ist sie aber nicht. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) in Zollikofen. Die Studie liefert faktenbasierte Diskussionsgrundlagen über die Auswirkungen einer breiten Marktöffnung auf die schweizerische Land- und Ernährungswirtschaft.
Anlässlich der ordentlichen Mitgliederversammlung vom 1. Juli 2016 hielt John A. Clark, Direktor für internationale bilaterale Beziehungen der EU Kommission ein Referat über die laufenden Verhandlungen zum Transatlantischen Feihandelsabkommen (TTIP).
Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbandes, sagt im Gespräch mit der «Volkswirtschaft», eine Öffnung der Agrarmärkte sei momentan wegen des starken Frankens nicht erwünscht. Der ehemalige WTO-Chefunterhändler und Präsident der IGAS Luzius Wasescha warnt vor einem fehlenden Plan B und vergleicht die Landwirtschaft mit dem Bankensektor, wo man sich auch leichtfertig über die internationalen Entwicklungen hinweggesetzt habe.
13. Januar 2016 - Der Grenzschutz, den einige Agrarprodukte geniessen, steht immer wieder in Kritik. Was Agrarfreihandel für die Schweizer Landwirtschaft bedeuten würde, diskutieren Mathias Binswanger, Professor für Volkswirtschaftslehre, und Meisterlandwirt Roland Werner im Interview in der UFA-Revue 01/2016.
21. Dezember 2015 - Die WTO-Ministerkonferenz in Nairobi bekräftigt, dass Exportsubventionen und ähnliche Massnahmen abgebaut werden sollen. Die Internationalisierung der Agrarmärkte schreitet somit voran. Die Akteure der schweizerischen Agrar- und Ernährungswirtschaft kommen nicht umhin, neue Produkte zu entwickeln, ihr Marktprofil weiter zu schärfen und neue Märkte im In- und Ausland zu erschliessen. Die Politik muss Kurs halten und den Weg der marktwirtschaftlichen Erneuerung konsequent weitergehen.
13. November 2015 – Die IGAS stellt fest, dass die schweizerischen Agrarmärkte stark mit den ausländischen Märkten verflochten sind. Sie warnt vor einer internationalen Diskriminierung des Sektors und daraus folgenden Marktanteilsverlusten. Es gelte nun, für realistische Szenarien branchenübergreifend mehrheitsfähige Ansätze zu entwickeln.
26. August 2014 - Luzius Wasescha, Präsident der Interessengemeinschaft Agrarstandort Schweiz IGAS, sieht schwierige Zeiten auf unser Land zukommen. Zu einer Liberalisierung der Märkte gebe es keine langfristige Alternative. Interview in der Fachzeitschrift alimenta.
18. August 2014 - Die EU und die USA wollen bis Ende 2015 die grösste Freihandelszone der Welt schaffen. Es gibt Signale, dass sich die Schweiz dem Freihandelsabkommen anschliessen könnte – damit wächst der Druck auf die hiesige Landwirtschaft. Aargauer Zeitung vom 18. August 2014.
14. Mai 2014 - Der Bundesrat hat seinen Bericht über die Öffnung der sog. weissen Linie bei der Milch vorgestellt. Die internationalen Entwicklungen zeigen, dass die Öffnung der Märkte weitergeht. Die IGAS fordert einen intensiven Dialog auf allen Stufen der schweizerischen Agrar- und Ernährungswirtschaft. Es sind geeignete Rahmenbedingungen vorzubereiten und Alleinstellungsmerkmale gegenüber der ausländischen Konkurrenz zu entwickeln. Die IGAS verlangt vom Bundesrat, dass die beiden Bereiche Agrarpolitik und Handelspolitik enger koordiniert werden.
25. November 2013 - «Der Druck auf den Grenzschutz wird weiter zunehmen, sei es über die WTO, über Freihandelsabkommen mit oder zwischen Drittstaaten oder über ein Agrarabkommen mit der EU», erklärt IGAS-Geschäftsführer Jürg Niklaus im Interview gegenüber dem Wirteverband Basel-Stadt. «Will unsere Agrar- und Ernährungswirtschaft Diskriminierungen vermeiden und ihre Marktanteile halten, muss sie sich dem Öffnungsprozess aktiv stellen.»